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Sonntag, 25.09.2022

 

Einladung

 

Am Sonntag, den 25.09.2022 laden wir auf den Hof Stecher, An der

Hohen Warte 22, ein. Bei einer kurzen ,,Zeitreise" über einige besondere

Höfe und Grundstücke des alten Dorfes wollen wir etwas über das Leben

in Jerstedt früher und heute erfahren.

 

14.30 Uhr Begrüßung durch einen Vertreter der Stadt Goslar

Kaffee und selbstgebackener Kuchen

Deftiges aus der Küche ,,Landgenuss"

 

16.00 bis 18.00 Uhr kurzer Rundgang durch das Altdorf mit Besuch

historischer Grundstücke

 

ab 18.00 Uhr Essen und Livemusik Musikgruppe ,,Lèger"

 

21.00 Uhr Abschlussfeuerwerk

 

Während des Kaffeetrinken möchten wir den Hintergrund für einige

Straßennamen in den alten und neuen Bereichen unseres Stadtteiles

erklären. Bei dem kurzen Rundgang ist der Besuch und die Darstellung

der Geschichte der Dorfkirche, Hof Bielstein, Kinderhort Werkmeister,

Hof Rehse und der ehemaligen Gastwirtschaft Mittendorf geplant.

 

Wir freuen uns auf lhren Besuch!

 

Wilfried Stecher - Guido Lüders

Stadtteilgemeinschaft Jerstedt

 

Der Flyer steht [Hier] zum Download zur Verfügung

 

Kommentar zur Klimakrise

Im t-Online - Tagesanbruch beschreibt Florian Harms mit seinem heutigen (05.08.2020) Bericht, wie unsere Zukunft aussieht, wenn wir so weitermachen, wie bisher.

Hier ein Ausschnitt des Artikels (den ausführlichen Bericht lesen Sie hier).

"Nicht lebbar": Welch eine Formulierung. Sie klingt wie aus einem Backofen. Trotzdem machen fast alle Regierungen rund um den Globus immer noch zu kleine Schritte beim Klimaschutz, lassen sich viele Menschen nicht von ihrem gewohnten Konsumtrott abbringen: Morgens mit dem SUV ins Büro, Billigklamotten aus Asien shoppen, täglich Fleisch auf dem Teller, Fernreisen mit dem Flieger. Kaum sind die Länder Europas aus dem Corona-Lockdown herausgekommen, schießen die CO2-Emissionen wieder in die Höhe. Verhindern lässt sich der Temperaturanstieg nicht mehr, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob er anderthalb, zwei oder noch mehr Grad im weltweiten Durchschnitt beträgt. Es ist der Unterschied zwischen einem Backofen und der Hölle.

Berechnungen des Weltklimarats zufolge werden Hitzewellen, Dürren und Starkregen massiv zunehmen. Nicht nur auf ohnehin gebeutelte Länder wie Griechenland kommen dann Kosten von Hunderten Milliarden Euro zu. Es scheint nicht mehr undenkbar, dass ganze Staaten durch die Extremwetterschäden in die Pleite schlittern. Zerstörte Stadtviertel, die nicht mehr aufgebaut werden können, verlassene Felder, Zonen ohne staatliche Kontrolle: Was wir derzeit nur aus gescheiterten Staaten wie dem Südsudan oder dem Libanon kennen, ist künftig auch in Europa vorstellbar.

 

Als ich diesen Artikel heute morgen gelesen habe, lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Hitzewelle? Inferno? Trockenheit? Bei uns sind gerade einmal 19 Grad und das am 05.August 2021. Und noch dazu Regen und Verwüstungen durch Starkregen. Also, wo bitte ist da eine Klimakrise? Wir wollen doch doch alle in die Wärme und überhaupt: Reisen, ob mit dem Auto oder dem Flieger, Hauptsache erstmal Wärme genießen.

Wärme genießen? Aber wo? Unsere ehemaligen Urlaubsgebiete heizen sich gerade auf 45 Grad auf! Lesen Sie den Artikel von Florian Harms, dem Chef-Redakteur vom T-Online-Tagesanbruch, dann werden auch Sie sich überlegen, wie Sie Ihre Zukunft gestalten werden, bestimmt. 

Die Klimakrise explizit für all diese Katastrophen verantwortlich zu machen, wagt vor der Bundestagswahl kaum ein Politiker dafür verantwortlich zu machen, im Gegenteil: Eine Partei leugnet diesen Zusammenhang sogar beständig, um auf Wählerfang zu gehen. Benzin wird unbezahlbar usw. liest und hört man, um bei Stammtischrednern offene Türen einzurennen.

Wenn wir jetzt nicht handeln, brauchen wir uns nicht mehr warm anzuziehen. Denken Sie darüber einfach einmal nach.

Lesen Sie auch das Energie-Programm der FDP, dort finde ich, lesen sich die Gedanken zur Energiewende machbar und machen Mut, klingen nicht ganz so düster[Hier].

 Zum Schluss noch etwas zur derzeitigen Coronalage:

Der Druck auf Ungeimpfte muss steigen

Manfred Ahrens

 

Die Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde Jerstedt

(aus Aufzeichnungen von Heinrich Lohse, Jerstedt – zusammengestellt von Chr. Rehse)

 

Der Flüchtlingsstrom Ende des Krieges und im Jahr 1946 löste große Unruhe und erhebliche Verwerfungen der überwiegend ländlichen Gemeinde Jerstedt mit einer damaligen Einwohnerzahl von 850 Personen aus. Die älteren Einwohner, die bereits die Hungerjahre des Ersten Weltkrieges erlebt hatten, vertraten die Ansicht, dass sich diese mit einer größeren Einwohnerzahl wiederholen würde. 

 

Bereits im Februar 1945, nach dem Einmarsch der Roten Armee in das damalige Reichs-gebiet, mussten 10 Familien mit 28 Personen aus Ostpreußen aufgenommen werden. Danach waren weitere 167 ältere Männer, Frauen und Kinder aus Schlesien und Pommern unterzubringen, die die grimmige Kälte und die eisigen Schneestürmen auf der Flucht überlebt hatten. Nach der Besetzung Jerstedt am 10. April 1945 durch die US-Truppen kamen weitere 6 Familien. Nach den schrecklichen Erlebnissen in ihrer Heimat kamen die gequälten und sich in großer Not befindlichen Flüchtlinge auf Lastkraftwagen in der Gemeinde Jerstedt an. Mit Beginn des Jahres 1946 begann die planmäßige Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder und Neiße, der Tschechoslowakei und dem Sudentenland.

 

Nach den unterschiedlichen Erfahrungen bei der Unterbringung wurde im Januar 1946 das Amt eines Flüchtlingsbetreuers eingerichtet. Dieser wurde von den Flüchtlingen gewählt, er erhielt vom Landkreis Goslar eine kleine Entschädigung. Er sorgte für Wohnraumbe-schaffung, Hausrat und Brennmaterial und sollte den Menschen beim Schriftverkehr in Rentenanträgen oder später beim Lastenausgleich helfen. Renten und Pensionen wurden bereits ab 1.9.1945 wieder gezahlt. Das Amt des Flüchtlingsbetreuers war eine undankbare Aufgabe, daher wechselte die Person des Betreuers ständig. Unterstützt wurde er von einem Flüchtlingsausschuss, dieser nahm die Vertriebenen in Empfang und geleitete sie nach einem Aufteilungsplan in die Unterkünfte auf den landwirtschaftlichen Betrieben und den Wohnhäusern.

 

Neben der materiellen befanden sich die meisten Menschen in tiefer seelischer Not. Nach der Anmeldung und der Ausgabe von Lebensmittelkarten versuchten die arbeitsfähigen jungen Frauen und Männer eine Arbeitstelle zu finden. Zu der damaligen Zeit stellte die Firma Emil Otto, Strumpfwarenfabrik viele Beschäftige ein, da sie von der englischen Besatzungsmacht einen großen Auftrag erhalten hatte. In Jerstedt selbst standen kaum Arbeitsplätze zur Verfügung außer der aushilfsweisen Beschäftigung in der Landwirtschaft.  Die Arbeitsplätze in Goslar konnten einmal täglich mit dem Postbus erreicht werden.

 

Durch die Lebensmittelkarten allein war der Unterhalt nicht zu sichern, da in den Läden ein ausreichendes Angebot fehlte. Brennholz und Braunkohle waren knapp und unterlagen der Bewirtschaftung. Zusätzliches Brennholz musste durch Eigenwerbung in den umliegenden Waldungen beschafft werden.

 

Die Jerstedter Bevölkerung war, wie in fast allen Orten, wenig begeistert über die Aufnahme der Heimatvertriebenen und so teilte sich nach dem Zuzug der Flüchtlinge das Dorf in zwei Gruppen auf. Durch das enge Zusammenleben und die Zwangseinweisungen gab es viel Streit und Reibereien. In dem Pfarrhaus der Kirchengemeinde zum Beispiel lebten neben dem amtierenden Pastor und seiner Familie weitere 3 Familien mit 16 Personen. Anfang des Jahres 1946 mussten 216 Personen aus Ostpreußen und Schlesien aufgenommen werden.  Mit der planmäßigen Vertreibung verschärfte sich die Situation ab Mai 1946 deutlich. Allein in diesem Monat trafen weitere 124 Personen aus unterschiedlichen Provinzen östlich der Oder/Neiße in Jerstedt ein. Diese Flüchtlingswelle erreichte im Herbst 1946 mit 129 Menschen ihren Höhepunkt. Mit dem Ende des strengen und sehr kalten Winters 1946/47 kam nochmals ein Flüchtlingstransport mit 6 Familien und 16 Personen aus dem Kreis Breslau.

Weltweit herrschte durch die unvorstellbaren Verbrechen der SS und der Nazis großer Hass auf die Deutschen. Durch die  Berichte in der Weltpresse über die Schrecken der Vertreibung, die große Not und Heimatlosigkeit der Deutschen wurde Mitleid mit den betroffenen Menschen erweckt. Diese Berichterstattung löste in den USA eine große Hilfsaktion für die ehemaligen Kriegsgegner aus. Auch in Jerstedt kamen Hilfslieferungen in Form von Care-Paketen und erheblichen Mengen an Kleiderspenden an. Aufgrund der gespendeten Lebensmittel konnte im Jahr 1946 eine Schulspeisung eingerichtet. Darüber herrschte große Dankbarkeit, denn viele Flüchtlingskinder waren stark unterernährt.

  

Die Wohnungslage verschärfte sich zusätzlich, als die ehemaligen deutschen Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten. Es handelte sich um Einheimische, aber auch um mittlerweile heimatlose Soldaten aus den deutschen Ostgebieten, die vom Roten Kreuz nach Jerstedt vermittelt wurden.  Ende des Jahres 1948 war die Einwohnerzahl der Gemeinde Jerstedt auf 1661 gestiegen

 

Als Bindeglied zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen war die Jugend anzusehen. Diese traten in die Turn- und Sportgemeinschaft Jerstedt ein. Das Geräte- turnen erlebte einen großen Aufschwung. Gemeinsam gingen die Jugendlichen zu den Tanzveranstaltungen. Hier wurden die ersten freundschaftlichen Bande geknüpft, später folgten Eheschließungen und Freundschaften zwischen den Bevölkerungsgruppen. Durch die große Heiratslust und die neu geschlossenen Ehen musste weiterer Wohnraum erschlossen werden.

 

Mit der Bildung der Bundesrepublik Deutschland war ab 1950 langsam ein wirtschaftlicher Aufschwung auch in Jerstedt zu spüren. Mehrere Flüchtlingsfamilien wurden im gleichen Jahr nach Rheinlandpfalz umgesiedelt oder verließen das Dorf. Viele blieben und bauten sich mit großem Fleiß eine neue Existenz auf. Die ersten neuen Häuser entstanden und die katastrophalen Wohnverhältnissen verbesserten sich spürbar. Aus Heimatvertriebenen wurden Jerstedter Bürger. Heute ist festzustellen, dass durch die Heimatvertriebenen das gesellschaftliche Leben und die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Dorfgemeinschaft bis heute positiv beeinflusst worden ist.

 

Die Kriegsverbrechen an allen betroffenen Völkern, die Grausamkeiten der Vertreibung und der schmerzliche Verlust der alten Heimat sind aber bei vielen Familien bis heute unver-gessen. Der Gemeinderat Jerstedt errichtete zur Mahnung einen Gedenkstein mit der In-schrift „Vergesst nicht die Opfer der Willkür und Gewalt“. Dieser Stein stand erst auf der s.g. „Großen Brücke“, wurde bei deren Umbau von der Stadt dann an die Stichstraße „Im Alfeld“ versetzt, wo er kaum Aufmerksamkeit erhielt. Der Jerstedter Arbeitskreis für Dorferneuerung holte um die Jahrhundertwende den Gedenkstein an den zentralen Standort „Hermann-Löns-Weg“ / „Schopenhauer Straße“ zurück. Hier erinnert er heute an die Leiden und die Recht-losigkeit der Menschen in der Zeit des NS-Diktatur und der Nachkriegszeit.

 

 

 

Jerstedt. Christian Rehse  Sen. ist seit vielen Jahren im Rat der Stadt Goslar für unser Dorf verantwortlich. Der Unternehmer und Landwirt ist nach eigenen Worten auch an der Jerstedter Geschichte interessiert.  

Aus gegebenen Anlass haben wir im Vorfeld schon einmal einige Artikel des 75- jährigen hier auf Jerstedt.com veröffentlicht. Nun hat heute auch die Goslarsche Zeitung einen Artikel in ihrem Print- Medium und auf www.goslarsche.de veröffentlicht.

Lesen den Artikel der Goslarschen Zeitung [Hier] 

Unsere Beiträge können Sie hier lesen:

Die Unterbringung der Flüchtlinge in der Gemeinde Jerstedt

Einmarsch der Amerikaner

Wie ich 1945 erlebte von Wilhelm Rollwage

Alle Artikel auch im Menüpunkt Geschichte

Goslar / Jerstedt.

25.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar: 103,7

24.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar: 98,5

22.04.2021: Inzidenz  Landkreis Goslar: 90,4

21.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar: 94,8

20.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar : 100

19.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar : 98,5

17.04.2021: Inzidenz Landkreis Goslar: 93,2

Bitte bleiben Sie zu Hause!

20.04.2021:

Es ist geschafft, die Inzidenz im Landkreis Goslar liegt bei 100. Wenn dieser Wert in drei aufeinander folgenden Tagen so bleibt, oder höher wird, werden alle Lockerungen zurückgenommen und der Einzelhandel muss wieder schließen.

Was ein gelber Fleck auf der Corona- Inzidenz- Karte bewirken kann, können wir in unseren Supermärkten und Geschäften in Goslar und Jerstedt nun schmerzlich spüren. KFZ-Kennzeichen, die man auch vor der Corona- Krise nie in dieser Größenordnung gesehen hat, tummeln sich nun auf unseren Parkplätzen vor den Märkten, trotz Appell der Regierung, zu Hause zu bleiben und nur die nötigsten Dinge zu erledigen. Mal sehen, ob sich all diejenigen, die jetzt vor ihrer eigenen hohen Inzidenz fliehen, sich auch nach überstandener Krise noch an unseren schönen Ort erinnern werden.